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Weltkulturerbe
Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind als UNESCO-Weltkulturerbe registriert.
1. Armenische Klöster in Nordwestiran
Das Thaddäus-Kloster befindet sich etwa 20 Kilometer Luftlinie südlich von Maku. Der Apostel Thaddäus erlitt auf Befehl des armenischen Königs gemeinsam mit dessen konvertierter Tochter Sandokht in der Zeit zwischen 60 und 64 den Märtyrertod. Eine erste Kapelle soll um das Jahr 68 hier erbaut worden sein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand eine Klosteranlage, in deren Mittelpunkt die heutige Kirche steht. Ihre ältesten Teile, nämlich der Altar- und Kuppelraum, die an den dunklen Steinen erkennbar sind, gaben ihr den Namen Qarah Kelisa, schwarze Kirche...
Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind als UNESCO-Weltkulturerbe registriert.
1. Armenische Klöster in Nordwestiran
Das Thaddäus-Kloster befindet sich etwa 20 Kilometer Luftlinie südlich von Maku. Der Apostel Thaddäus erlitt auf Befehl des armenischen Königs gemeinsam mit dessen konvertierter Tochter Sandokht in der Zeit zwischen 60 und 64 den Märtyrertod. Eine erste Kapelle soll um das Jahr 68 hier erbaut worden sein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand eine Klosteranlage, in deren Mittelpunkt die heutige Kirche steht. Ihre ältesten Teile, nämlich der Altar- und Kuppelraum, die an den dunklen Steinen erkennbar sind, gaben ihr den Namen Qarah Kelisa, schwarze Kirche. Nach der Überlieferung befindet sich das Grab des Thaddäus in der Nische rechts vom Altar. Die gesamte Außenfassade ist mit Reliefs und Bauornamentik geschmückt. Im Juli jeden Jahres findet hier zu Ehren des heiligen Thaddäus ein drei Tage dauerndes Fest statt, zu dem Tausende armenischer Pilger aus der ganzen Welt zusammen kommen. Etwa 100 Kilometer östlich von hier unweit des Aras-Flusses bei Jolfa liegt das Sankt Stephanus-Kloster. Der Legende nach soll es bereits von dem Apostel Bartholomäus gegründet worden sein. Im 4. Jahrhundert, als Armenien christlich wurde, ernannte man es zum Bischofssitz. Bis um 1830 war es Hauptkirche einer Diözese, die dann in die Zuständigkeit von Tabriz überging. Nach Eroberung durch die türkische Armee Ende des 1. Weltkriegs wurde das Kloster geplündert und die Bibliothek verbrannt. Der Klosterbereich wird von einer Wehrmauer mit Türmen und Bastionen geschützt. Die Klosterkirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück, während Wohnhaus mit Mönchszellen, die Wirtschaftsgebäude und Stallungen im 15. Jahrhundert entstanden. Die Kirche besteht aus einem zentralen Kuppelbau mit kurzem Längsschiff, Apsis und zwei halbrunden Seitennischen. Das Kircheninnere enthält drei Altäre. Der Außendekor besteht aus den für armenische Kirchen des Spätmittelalters typischen Flechtbändern und Heiligenreliefs.
2. Bam
Leider wurde Bam im Dezember 2003 durch ein starkes Erdeben fast vollständig zerstört. Die Aufbau- und Renovierungsarbeiten werden noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Die als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannte alte Stadt Bam (Arg-e Bam), die aus Lehmziegelbauten besteht wird von einer Zitadelle überragt und ist von Mauern umgeben. Von ihrer Pracht vor dem Erdbeben ist kaum etwas übrig geblieben. Überlieferungen besagen, dass sie von Artaxerxes 1. (465-424 v. Chr.), dem Sohn des Xerxes gegründet wurde. Ihre Besiedlung ist bis in die mittlere parthische Zeit durch Funde belegt. Während der sasanidischen Zeit wurde ein Feuertempel auf dem Festungshügel erbaut. Im Bereich der Stadt befinden sich die Überreste des Basars, einer Freitagsmoschee aus dem 9. Jahrhundert, eines Takiyeh-Passionsspielhauses, einer Medrese-theologischen Schule, einer Karawanserei und eines Zurkhane-Hauses für körperliche Ertüchtigung und verschiedene Verwaltungsgebäude, Kasernen und Stallungen. Die Hauptbefestigungsmauer ist fast 2 km lang und weist 29 Türmen auf. Die beiden im Stadt-Inneren befindlichen Trennmauern wurden in seldschukisch-mongolischer Zeit errichtet. Sie trennten die Gebiete der Stadtbevölkerung von denen des Militärs und der Verwaltung. Trotz ihrer starken Befestigungen wurde Bam Anfang des 18. Jh. zweimal von Afghanen eingenommen und teilweise zerstört. Der letzte Zand-Herrscher Lotf Ali Khan floh nach der Einnahme von Kerman nach Bam, dessen Gouverneur ihn zuerst aufnahm, aber später an (1794) an Agha Mohammad Khan auslieferte, der ihn töten ließ. 1838 rebellierte Agha Khan Mahallati, der Führer der Ismailis gegen Fath Ali Khan, wurde bei Kerman besiegt und flüchtete nach Bam. Von dort wanderte die ismailische Führung aus nach Bombay. Wegen der Unterstützung der Ismailis durch den Gouverneur von Bam wurde es 1840 von Mohammad Shah besetzt und bekam erst 1855 seinen vorherigen Handlungsspielraum zurück. Im Laufe des 19. Jh. verließen immer mehr Einwohner das alte Stadtgebiet und siedelten sich außerhalb der Stadtmauern neu an.

3. Bisotun-Felsen
Etwa 40 Kilometer östlich von Kermanshah ragt aus der 1300 Meter hohen Ebene der gewaltige, schroff abfallende Felsen von Bisotun bis zu einer Höhe von über 2600 Metern empor. Dieser Anblick muss schon vor Jahrtausenden die Betrachter fasziniert haben. Sein altpersischer Name Bagastana bedeutet „Ort der Götter“. Hier ließ König Darius I. um 520 v. Chr. das bedeutendste Relief der achämenidischen Zeit anbringen. Es manifestiert seinen Sieg über aufständische Regenten, die ihm als „Lügenkönige“ die Herrschaftswürde streitig machten. Auf dem Relief ist König Darius I. mit zwei hinter ihm stehenden Leibgardisten und neun unterworfenen Feinden abgebildet. Die Texte in elamisch, babylonisch und persisch dienen der Legitimation des Königs. Die in der Zeit des Darius I. entwickelte persische Keilschrift wird hier das erste Mal bei einem Relief verwendet. Unter halb dieses Reliefs befinden sich zwei weniger gut erhaltene Reliefs aus parthischer Zeit, eine fast vollplastische Herkules-Figur aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und der große Sarab-Quellsee. An der Felswand fällt auch eine 200 Meter lange und etwa 30 Meter hohe geglättete Fläche auf, für die wohl ein nicht ausgeführtes überdimensionales Relief in sassanidischer Zeit vorgesehen war. Nicht weit davon entfernt steht eine Karawanserei aus dem 17. Jahrhundert. Zum Schluß sei auf den am östlichen Hang des Bisotun-Felsens in einem Geröllfeld befindlichen Partherstein hingewiesen, auf dem ein parthischer Fürst vor einem Altar zu sehen ist.

4. Chogha Zanbil
Chogha Zanbil, was korbförmiger Hügel bedeutet, liegt nördlich von Ahvaz. Die als UNESCO-Weltkulturerbe registrierte Tempelanlage ließ der elamische König Untash Napirisha errichten. In den Keilschriften wird sie als Dur-Untasch, die Stadt des Untasch, bezeichnet und soll um 1250 v. Chr. entstanden sein. Sie war von einer mehr als 4 Kilometer langen Mauer umgeben. Im zentral gelegenen, heiligen Bezirk erhob sich die fünfstufige Zikkurat, die nicht auf einem Hügel steht, sondern massiv aus Millionen von luftgetrockneten Lehmziegeln zusammen gesetzt ist. Die Seiten der ersten Stufe sind jeweils 105 Meter lang und die Gesamthöhe betrug 52 Meter. Ein Treppenaufgang führte zur obersten Ebene, auf der sich ein Tempel befand. Dieser war gemäß der Inschriften auf den umlaufenden Ziegelbändern dem Schutzgott Susas Inshushinak und der Hochland-Göttin Napirisha geweiht. Blaugrün glasierte Ziegel oder knopfförmige Keramikplatten schmückten Teile der Außenwände. Die Kammern im unteren Bereich dienten als Lagerräume. Das königliche Viertel ist etwa 450 Meter östlich entfernt. Dort ist auch ein Begräbnispalast, zu dessen Grüften steile Treppen hinab führen. Das Auffangbecken nordwestlich der Tempelanlage diente der Wasserversorgung. Chogha Zanbil soll durch über 45 Kilometer lange Kanäle mit dem Oberlauf des Karkheh-Flusses verbunden gewesen sein. Um 640 v. Chr. wurde die Tempelstadt von den Assyrern verwüstet.

5. Imam-Platz in Isfahan
Dieser Platz wird unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt Isfahan behandelt.

6. Pasaragdae
Die Ruinen der ersten Hauptstadt des achämenidischen Weltreichs und die letzte Ruhestätte Kyros des Grossen liegen im Dasht-e Morghab, 140 Kilometer nördlich von Schiraz. Hier focht und gewann Kyros den letzten Kampf gegen Astyages, den Mederkönig um das Jahr 550 v. Ch. und erbaute Pasargadae, als Manifestation dieses Sieges. Pasargadae ist ein imposanter Komplex, mit der massiven Plattform des Tall-e Takht, der majestätischen Kyros-Grabstätte, den Ruinen zweier Paläste, den Überresten einer der ältesten Gartenanlagen und dem geheimnisvollen Turmbau Zendan-e Suleiman, dem sogenannten Gefängnis Salomons.

7. Persepolis
Die um 518 v.Chr. von Darius dem Großen gegründete zeremonielle Hauptstadt Parsa entsprechend dem heutigen Persepolis (UNESCO-Weltkulturerbe) des achämenidischen Reiches befindet sich etwa 50 km nördlich von Schiraz. Sie liegt am Abhang des Kuh-e Rahmat oder des Berges der Barmherzigkeit. Auf iranischen Landkarten ist Persepolis als Takht-e Djamshid, Thron des legendären Königs Djamshid eingetragen. Durch das griechische Heer Alexanders wurde sie 331 v. Chr. zerstört. Hier wurden zum höchsten Feiertag des Jahres, dem NowRuz (Neujahrsfest) die Glückwünsche und Tribute von entsandten der Völker des Reiches dem König entgegengebracht. Es war Ausdruck des universellen Machtanspruchs des Königs und der kosmisch-religiösen Anschauungen der arisch-elamisch-mesopotamisch-urartäischen Zivilisationen. Der Apadana-Empfangspalast der achämenidischen Herrscher entstand zwischen 518-485 v. Chr. Er wurde von Darius (reg.522–486) begonnen und von Xerxes (reg.486-465) vollendet. Er besteht aus einer quadratischen Haupthalle an deren Ecken Türme standen. Das Dach der Haupthalle wurde von 36 Säulen in 6 Reihen angeordnet und von 20 m Höhe getragen. Hinzu kamen drei Portiken mit je 12 Säulen. Die Treppenaufgänge an den Nord- und Ost-Aussenseiten sind mit Reliefs geschmückt, wobei die an der Ostseite von besserer Qualität sind. Dort war der Haupteingang. Von besonderer Bedeutung sind die Reliefs der Tribut-Träger an dem Treppenaufgang der Südost-Seite. In den Mittelflächen der Treppen befanden sich anfangs Audienzreliefs, von denen das Nördliche im Iran Bastan-Museum, Teheran, und des Östliche in der Ruine des Schatzhauses in Persepolis stehen.

Naqsh-e Rostam Für das nahe Naqsh-e Rostam wurde die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe beantragt. In einer Steilwand des Hoseyn Kuh etwa 4 km nördlich von Persepolis befindet sich die Nekropole der Achämeniden mit vier Felsgräbern, dem Kaaba Zardosht-Bau und acht sasanidischen Reliefs. In sasanidischer Zeit war dieses Gelände durch eine etwa 200 Meter lange mit sieben Türmen versehene Mauer abgesichert. Hier wurden einst die achämenidischen Könige Xerxes I. (486-465 v. Chr.), Darius I. (522-486), Artaxerxes I. (465-424) und Darius II. (423-404) beigesetzt. Auf den Schauseiten der Felsengräber sind Palastfassaden, sowie ein von Delegierten der Völker gestützter Thron abgebildet, auf dem der jeweilige König vor einem Feueraltar betet. Von den sassanidischen Felsreliefs ist das zentrale hervorzuheben, auf dem König Schapur I. (241-272) beim Triumpf über die besiegten römischen Kaiser Valerian und Philippus Arabs zu sehen ist.

8. Sheikh Safi Heiligtum
Dieses Heiligtum wird unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt Ardabil behandelt.

9. Shushtar – Alte Bewässerungssysteme
Shushtar mit heutzutage etwa 95.000 Einwohnern liegt fast 100 Kilometer nördlich von Ahwaz am Karun-Fluß. Es bestand als Siedlung bereits in elamischer Zeit und zeichnet sich durch bis in achämenidische Zeit zurück gehende Bewässerungssysteme aus. Nach dem Sieg des sasanidischen König Shapurs I. über Kaiser Valerian im Jahre 260 n. Chr. wurden hier Brücken und Staudämme unter Verwendung römischer Kriegsgefangener errichtet. Die bei der sehenswerten sasanidischen Dammbrücke Polband-e Gargar durch die Felsen getriebenen Wassertunnel lieferten den Antrieb für etwa 40 Wassermühlen. Nördlich an der Westseite des Gargar Kanals erreichen Sie einen Aussichtspunkt, von dem aus flussaufwärts das Mizan Wehr zu sehen ist, über dem sich am erhöhten Ufer der zweistöckige Kuppelbau der Imamzadeh-ye Sheikh Shushtari erhebt. Das Mizan-Wehr lenkt ein Drittel der Wassermassen des Karun-Flusses in den Gargar-Kanal, der nach über 80 Kilometern südlich wieder zum Karun zurückführt. Etwa 700 Meter den Karun abwärts stehen die Reste der Salasel Festung. Nicht weit davon wurde der Karun durch den ehemals 543 Meter langen Shadorvan Brückendamms reguliert, der auch Polband-e Qaysar oder Kaiserdamm - nach Kaiser Valerian genannt wird. Im Süden der Stadt steht die sehenswerte Jame-Moschee mit pfeilergestützter Gebetshalle aus dem 9. Jahrhundert. Städtebautechnisch sehr interessant ist die Neue Stadt (Shahr-e Now), die 700 Meter nördlich der Azadegan-Brücke liegt. Sie wurde von dem Architekten Kamran Diba in den 1970er Jahren geplant und erhielt den Agha Khan Architekturpreis.

10. Soltaniyeh
Die Ortschaft Soltaniye, die „Kaiserliche“, ist etwa 40 Kilometer östlich von Zanjan entfernt. Der Ilkhan Arghun richtete um 1290 hier eine Sommerresidenz ein. Nachdem Oljaitu die ilkhanidische Herrschaft 1304 antrat, wurde es weiter ausgebaut und etwas später die Residenz von Tabriz nach Soltaniyeh verlegt. Die offizielle Einweihung als neue Hauptstadt erfolgte 1313. In ihr gab es eine starke Zitadelle, Paläste, mehrere Wohnviertel, Moscheen, Basare und Karawansereien. Der Handel mit der in Gilan produzierten Seide wurde hier abgewickelt. Heutzutage ist Soltaniye ein kleiner Ort und von der einstigen Pracht kündet nur noch das aus weiter Entfernung bereits sichtbare Kuppelgebäude des Oljaitu-Mausoleums, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein Jahr nach der Einweihung des Mausoleums im Jahre 1315 starb Oljeitu und wurde als Mohammed Khodabande Oljeitu hier beigesetzt. Sein Grabmal ist der großartigste erhaltene Kuppelbau Persiens aus dem Mittelalter. Mit der Kuppelhöhe von 51 Metern und einem inneren Durchmesser von 25 Metern erreicht er fast die Dimensionen der Hagia Sophia in Istanbul. Da die moslemischen Herrscher Indiens gerne auf persische Architekturformen zurückgriffen, gilt dieses Bauwerk auch als Vorbild für den Zentralbau des Taj Mahals.

11. Basar von Tabriz
Der Basar von Tabriz wird unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt behandelt.

12. Takht-e Soleiman
Seit der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr., in der Regierungszeit des sasanidischen Königs Peroz I., stand hier in einem Hochtal in 2200 Meter Höhe eine Feuertempelanlage, die ständig weiter ausgebaut wurde. In der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts fasste man ihn mit einer wuchtigen 1120 Meter langen Wehrmauer von 13 Metern Höhe ein. Diese ist zum großen Teil noch erhalten und mit 38 Bastionen und zwei Tore ausgestattet. Im Norden steht das ehemalige Haupttor. Rechts von dem derzeitigen Eingang befindet sich das Südtor, dessen Durchgangshöhe über 6 Meter betrug. Da ein Ablauf des zentralen Sees von 80 Metern Durchmesser und über 60 Metern Tiefe, der von einer artesischen Quelle gespeist wird, durch dieses Tor geleitet wurde und sich Sedimente ablagerten, wurde der Boden des Durchgangs um 3 Meter angehoben. Über dem Südtor befinden sich sieben Nischen, welche die zarathustrischen Glaubensgrundlagen symbolisieren: Gott Ahura Mazda, gute Gedanken, wahre Worte, gute Taten, Demut, Frömmigkeit und Unsterblichkeit. König Khosrow I. Anushirvan ließ 529 n. Chr. das Reichsfeuer der Ritter, Adhur Gushnasp, aus Ganzak, das bei Laylan nahe bei Miyandoab lag, hierher bringen. Takht-e Soleiman war damals unter dem Namen Shiz bekannt. Der iranische Geograph Ibn Khurdadbih, der im 9. Jahrhundert n. Chr. lebte, schrieb, dass die sasanidischen Könige seit Khosrow I. von Ktesiphon aus nach der Krönung zuerst hierher pilgerten, um zu beten und sich der Elite ihrer Ritterschaft zu präsentieren. Die Anlagen des Innenbezirks setzen sich aus zwei etwa gleich großen Hälften zusammen, die aus dem Quellsee mit Umbauung und dem nördlichen Quadrat mit den Feuertempel- und Palastanlagen bestehen. Auf diesem Gelände ist auch eine kleine Siedlung aus achämenidischer Zeit nachgewiesen. Die Bauten des nördlichen Gebäudekomplexes wurden durch eine zusätzliche Mauer mit Bastionen geschützt. Um den Quellsee herum standen Arkadengänge und drei Iwane, an der West-, Ost- und Nordseite. Der West-Iwan hat mit 10 Meter Breite und 27 Meter Tiefe die größten Ausmaße. Um 1270, wurden die Grundmauern des West-Iwans in den Bau eines repräsentativen Jagdpalastes für den Ilkhan Abaqa einbezogen. Von der nördlichen Wand des Hauptsaals stammen die auffallenden Pfeiler- und Mauerreste an der Nordwestseite des Sees. Im unteren Viertel dieser Reste kann man noch die Ziegel und Werksteinsockel aus sasanidischer Zeit erkennen. Der Nord-Iwan war 8 Meter breit und 20 Meter tief. Er fungierte gleichzeitig als Südiwan des Hauptfeuertempels und scheint als Vorlage für Abbildungen auf einigen sasanidischen Münzen und Bronzeschalen gedient zu haben. Die Ausstattung des Iwans muss nach Beschreibungen persischer und byzantinischer Quellen prachtvoll gewesen sein. Unmittelbar hinter dem Nordiwan befand sich der Hauptfeuertempel bestehend aus dem direkt zugänglichen quadratischen Chahar Taq, dem Vier-Bogen-Bau, wo das ewige Feuer verehrt wurde, und an den sich östlich das Ateshkadeh zur Aufbewahrung des Feuers anschloss. Nordöstlich davon ist ein Anahita-Tempel von 20 mal 20 Meter Grundfläche, dessen Seitenwände und acht Pfeiler mit geglätteten Werksteinen verblendet sind. Es wird berichtet, dass dieser Anlage reiche Schenkungen nach siegreichen Kriegen von den Königen gemacht wurden. Das im Jahre 611 bei der Einnahme Jerusalems durch Khosrow II. (591-628) erbeutete „Heilige Kreuz“ wurde Takht-e Soleiman gewidmet und führte letztendlich zu dessen Eroberung durch den oströmischen Kaiser Heraclius im Jahre 627. Allerdings fand er es hier nicht vor und es wurde ihm erst nach dem Friedensschluss zurückgegeben. Von dem Tempelschatz heißt es, dass das Silber unter den Soldaten verteilt wurde und der Kaiser das Gold und die Juwelen erhielt. Die damaligen Zerstörungen waren aber nicht gravierend, denn noch Mitte des 10. Jh. wurde von arabischen Reisenden berichtet, dass sich ein Feuertempel dort befand und das heilige Feuer bereits seit 700 Jahren in Betrieb war. Takht-e Soleiman nimmt in Iran als wichtigstes Grabungsgelände des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin, einen besonderen Platz ein. Hier waren zwischen 1959-1977 bekannte Archäologen wie Rudolf Naumann, Wolfram Kleiss und Dietrich Huff tätig.
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