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"Es war wunderbar, den Iran nur zwei Jahre nach meinem ersten Besuch wiederzusehen. Wir waren eine Gruppe von sieben Amerikanern, die das Glü"

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Geografie & Biologie

Iran hat eine Ausdehnung von 1648000 Quadratkilometern und ist damit 4,5 mal größer als Deutschland. Seinen längsten Grenzabschnitt von etwa 1605 Kilometern hat es mit dem Irak und den kürzesten von 48 Kilometern mit Armenien. Die Strecke zwischen Tabriz im Norden und Chabahar am Persischen Golf beträgt 2.500 Kilometer und entspricht der Entfernung von Dänemark bis Sizilien. Die Hauptstadt Teheran befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie Kreta oder Gibraltar und etliche Längengrade östlich von Moskau. Im Norden erstreckt sich ein feuchter fruchtbarer Küstenstreifen am Kaspischen Meer, das 27 Meter unter normalem Meeresspiegel liegt. In seiner gesamten Länge wird dieser oft nur wenige Kilometer breite Küstensaum von dem Elburz-Gebirge mit der höchsten Erhebung Irans, dem 5671 Meter hohen Damavand, abgeriegelt. Damit bildet dieses Gebirgsmassiv eine Klimascheide zu dem wesentlich trockneren zentraliranischen Hochland, das mit etwa 800.000 Quadratkilometern die Fläche der Türkei übertrifft. Das durchschnittlich 1100 Meter hohe Hochland wird im Süden und Westen von den bis 300 Kilometern breiten und bis 4540 Meter hohen Zagros-Gebirgsketten, dem Sabalan Gebirge und im Osten von zahlreichen weiteren Gebirgszügen eingefasst. Dadurch bildet es einen abgeschlossenen Bereich, in dessen zentralen Becken die Flüsse in Morasten versickern oder in Salzpfannen verdunsten. Die fruchtbaren Gebiete des Hochlands haben die meisten bedeutenden Städte Irans hervorgebracht wie Teheran, Mashhad, Tabriz, Isfahan, Shiraz, Yazd und andere. Hier befinden sich aber auch die großen Wüstengebiete der Dasht-e Kavir und der Dasht-e Lut. Die Dasht-e Kavir besteht im Wesentlichen aus Salzsümpfen und Geröll. Die Dasht-e Lut bietet faszinierende Landschaften mit Yardang-Gebieten (Persisch: Kalut). Diese sind von Winden abgeschliffene über 150 Kilometer parallel verlaufenden Hügelketten, deren südwestliches Ende durch ein bisher nicht durchquertes riesiges Dünengebiet abgeschlossen wird. Die Lut gilt als eine der lebensfeindlichsten Wüsten der Erde. Im Süden Irans verläuft ein tropischer Küstenstreifen am persischen Golf, dessen westlicher fruchtbarer Teil mit dem Mesopotamischen Tiefland verbunden ist. Das größte Binnengewässer ist der Orumiyeh-See, dessen Größe je nach Jahreszeit zwischen 4800 und 5500 Quadratkilometern schwanken kann. Er ist etwa zehnmal größer als der Bodensee. Wegen seines hohen Salzgehalts von 30 Prozent kann in ihm allerdings kein Leben gedeihen.

Im Iran gibt es etwa 8200 verschiedene Pflanzenarten, von denen über 20 Prozent endemisch sind. Dies spiegelt die vielfältigen klimatischen und geologischen Gegebenheiten wider. Während der Norden und die Mitte Irans zur paläarktischen Zone gehören, der Europa bis Nordasien umfasst, überschneiden sich in Südiran die afrotropischen und indomalaiischen Zonen. Besonders beeindruckend ist das Gebiet am Kaspischen Meer, das sich durch üppige Vegetation auszeichnet. Die dortigen Laubwälder, die in Persisch „jangal“ genannt werden, sind Relikte der Waldzone, die im Tertiär von Europa bis Nordasien reichte. Während der Baumbewuchs in den Kälteperioden bis nach Südeuropa verschwand, weist dieser hyrkanische Urwald eine durch keine Eiszeiten unterbrochene Entwicklung auf. Mit den Kolchis-Wäldern östlich des Schwarzen Meeres bildet der Kaspische Urwald deshalb eine der Wiegen oder der entscheidenden Ausgangsbasen für die nacheiszeitliche Rückwanderung und Erneuerung der europäischen Laubwälder. Noch heute finden sich hier viele endemische Baumarten, wie die zu den Zaubernußarten zählende Parrotie, ein Baum, der bei einem Stammumfang von drei Metern bis zu 25 Meter hoch werden kann und dessen Herbstlaub ein beeindruckendes Farbenspiel von Purpurrot über Orange bis Gelb aufweist. Nach der Schneeschmelze, im Mai und Juni, herrscht eine wahre Blütenpracht an den Ausläufern der Gebirge. Kaiserkronen, wilde Tulpen, Narzissen, Lilien, Nelken, Eremurus-Steppenkerzen und andere sind dann dort anzutreffen. Die Landschaften südlich des Zagros und entlang der Küsten des Persischen Golfs weisen subtropischen Bewuchs auf mit mehreren Akazienarten, Zwergfächerpalmen, Prosopis-Gehölz, dem afrikanisch-südasiatischen Fettblattbaum, Stocksia brahuica-Sträuchern, Konar-Kreuzdornbüschen, Oleander und anderen. Ausgedehnte Mangrovenwälder findet man im Nordwesten der Insel Qeshm und östlich von Chabahar nahe dem iranisch-pakistanischen Grenzgebiet.

Wichtige Nutzpflanzen sind Weizen, Gerste, Reis und Tee die letzteren beiden in den kaspischen Provinzen, dann Hülsenfrüchte, Zuckerrüben und Kartoffeln besonders in Ardebil, Hamadan und Kurdestan, Zitrusfrüchte, Melonen, Äpfel, Weintrauben, Kirschen, Granatäpfel, Pfirsiche, Auberginen, Datteln, Mandeln und Safran. Besonders gut gedeihen Pistazien bei Rafsanjan und Damghan und Zuckerrohr in Khuzestan.

Die Tierwelt lässt sich drei Hauptverbreitungsgebieten zuordnen, dem vegetationsreichen kaspischen Raum im Norden, dem mittleren Bereich mit regenarmen Gebirgs-, Steppen- und Wüstenlandschaften und dem subtropischen Gebiet südlich des Zagros-Gebirges. Die Artenvielfalt ist groß. Es gibt 165 Säugetierarten, 324 Brut-Vögelarten, 199 Reptilienarten, 139 Süßwasserfischarten, aber nur 20 Amphibienarten, was auf das überwiegend trockene Klima zurückzuführen ist. In den kaspischen Niederungen leben Rehwild, Wildschwein, Fuchs, Otter und Schakal. Die Lagunen und die in das Kaspische Meer einmündenden Flüsse enthalten Welse, Karpfen, Hechte und andere von Mitteleuropa her bekannte Fischarten. Von den Tieren des zentralen Hochlands und den umgebenden Gebirgen sind die Wildschafarten mit dem starken Urial besonders erwähnenswert. Da ihre Bestände wieder gestiegen sind, dürfen sie mit Sondererlaubnis auch wieder bejagt werden. Wildesel, Kropf- und Chinkara-Gazelle sind selten geworden und nur noch in Schutzgebieten anzutreffen. Der Rückgang dieser Beutetiere hat negative Auswirkungen auf die Bestände der Raubtiere wie Leopard und Gepard, die als gefährdete Arten gelten. In den schrofferen Gebirgsregionen ist die Bezoarziege anzutreffen. Sie gilt als die Stammform unserer Hausziege. In Südiran gibt es Mungo-, Otter- und Stachelschweinarten, die der indomalaiischen Zone angehören als auch Honigdachs, Sandkatze und Wüstenigel, die der afrotropischen Zone zuzurechnen sind. Zu den gefährdeten Tierarten in Südiran gehört das Gando-Krokodil, das in Flusstälern nahe der pakistanischen Grenze anzutreffen ist. Kaum ein Land beherbergt so viele Vogelarten aus verschiedenen Klimazonen. Im Norden findet man die gleichen Arten wie in Europa und Asien. Hinzu kommen die endemische Kaspimeise, das seltene Kaukasische Birkhuhn, der Halsbandfrankolin und viele Wasservögel. In den angrenzenden Gebirgen gibt es Steinadler, Bartgeier, Rötelfalken, Schneehühner, Mauerläufer, Chukarhuhn als auch Spezialisten wie den Wacholderkernbeißer. Typische Vogelarten der ausgedehnten Steppen und Halbwüsten sind Wüstenfalke, Kragentrappe, Steinlerche, Wüstengimpel, das Sandflughuhn, das sich durch pfeilschnellem Flug auszeichnet, der endemische Pleskehäher, der cremefarbige Rennvogel und andere. Im Süden trifft man auf Vogelarten aus Afrika, Arabien und der indomalaiischen Zone wie Hinduracke, Brahmakauz, Purpurnektarvogel, den Smaragdspint, die Streifenprinie und auch seltenere Arten wie Tamariskenspecht, Schelladler und Basrarohrsänger. Einige der Wasservögel am Persischen Golf sind Goliathreiher, Krabbentriel und der Mangrovenreiher.

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