Ardabil

Ardabil

Die Hauptstadt Ardabil zählt 0,4 Millionen Einwohner. Ihr Umland ist durchschnittlich 1300 – 1400 Meter hoch und hat ein kühles, regenreiches Klima, das fast mitteleuropäischen Verhältnissen entspricht. Ardabil soll von dem Sassanidenkönig Peroz Ende des 5. Jahrhunderts gegründet worden sein. Zur Zeit der arabischen Eroberung war sie die größte Stadt Azerbaijans und im 10. Jahrhundert zeitweilig dessen Hauptstadt. Shah Esmail (1501-1524), ein Nachfahre des Sufi-Meisters Safi-alDin, brach von Ardebil aus auf, um die Herrschaft der Safawiden über ganz Persien auszubreiten. Dadurch, dass die ersten safawidischen Könige in dem noch existierenden prächtigen Sheikh Safi Heiligtum beigesetzt wurden, unterhielt die Dynastie immer eine besondere Beziehung zu dieser Stadt. Am Ende der safawidischen Herrschaft eroberten die Osmanen 1725 Ardebil. Nader Afshar konnte aber die verlorenen Gebiete wieder zurückgewinnen und wurde 1736 bei einem großen Treffen iranischer Nomadenstämme in der nahen nördlichen Moghan-Ebene zum neuen Regenten Nader Shah ernannt.

 

Das als UNESCO-WELTKULTURERBE registrierte Sheikh Safi Heiligtum entstand in der Zeit von Sheikh Safi al-Din (1252-1334) als Sufikloster mit Wohngebäuden und Versammlungshalle. Viele seiner Nachfahren aus der frühen safawidischen Dynastie sind hier beigesetzt. Die Anlage galt während der safawidischen Herrschaft als nationales Heiligtum und ihr wurden viele Schenkungen gemacht. Erst mit dem Niedergang der Safawiden Anfang des 18. Jahrhunderts endete seine überragende Bedeutung. Heutzutage ist es das sehenswerteste der älteren Mausoleen Irans. Im Inneren des höchsten Grabturms sich Sheikh Safis Sarkophag. Der Turm ist mit vielfachen blauen Ziegelornamenten geschmückt, die den Namen „Allah“ bilden. Dahinter steht ein kleinerer Turm, der das Grab Shah Ismails überwölbt. Die die rechte Längsseite des Haupthofs einnehmende Gebäudeseite gehört zum Dar al-Huffaz oder Haus der Koranleser, das unter dem Namen Qandil Khaneh, Lampenhaus, bekannt ist, da in seinem Innern Öllampen brannten. Es ist das älteste erhaltene Gebäude der Anlage und wurde direkt nach dem Tod Sheikh Safis 1334 begonnen. An der nördlichen Schmalseite des Haupthofs steht das Jannatsara oder Haus des Paradieses. Um 1540 erbaut, diente es in safawidischer Zeit zeitweilig als Sufi-Versammlungshalle und wurde später als Moschee benützt. Östlich des Qandil Khanes schließt sich das Chini Khaneh oder Porzellanhaus an. Die Innenausstattung von etwa 1610 ließ Shah Abbas anfertigen. Sie enthält hunderte von kleinen Wandnischen ähnlich denen im Ali Qapu-Gebäude in Isfahan, die zur Unterbringung von Porzellan dienten und einen prächtigen Eindruck vermitteln. 

Grand Bazaar of Tabriz Tomb of Sheikh Safieddin Ardabili (Prospective-Weltkulturerbe), ein exquisites Schrein-Komplex eines Sufi hoch verehrt aus dem 14. Jahrhundert, der Nachkomme der später Safavid Könige, die den Schrein verziert