Tabriz

Tabriz

Tabriz oder Täbris, wie diese Stadt im deutschen Sprachraum auch genannt wird, liegt in 1340 Meter Höhe am Nordrand des Sahand-Gebirges und hat 1,4 Millionen Einwohner. Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet der heutigen Stadt, die man im Bereich der Blauen Moschee nachweisen konnte, sind 2500 bis 3000 Jahre alt. Der Überlieferung nach soll die Stadt Tabriz von Zubaida, der Gemahlin Harun al-Rashids, gegründet worden sein. Arabische Reisende beschreiben sie im 10. Jahrhundert als eine feine Stadt mit Freitagsmoschee, guter Wasserversorgung und von Obstgärten umgeben. Nach der Eroberung Persiens durch die Mongolen wurde es über 40 Jahre die Hauptstadt des ilkhanidischen Großreiches. In den Regierungszeiten der Ilkhaniden Ghazan Khan (1295-1304) und Oljeitu (1304-1316) wurden dort einige der größten jemals im Iran errichteten Bauwerke geschaffen, darunter eine Mosche deren Hauptiwan mit 30 Metern Breite und etwa 35 Metern Höhe bewusst den Bogen des sasanidischen Königspalast in Ktesiphon übertraf. Der Rest dieser gigantischen Moschee ist der heutige Arg-e Ali Shah. In der Zeit Shah Ismails fungierte es von 1501-1514 als Regierungssitz des safawidischen Reiches und seit 1805 war es die Residenz der qajarischen Thronprinzen. Durch seine Nähe zum Kaukasus und der Türkei war es vor der Eröffnung des Suezkanals (1869) die wichtigste Handelsstadt Persiens und hatte bereits zur damaligen Zeit 160.000 Einwohner. Bekannt ist es durch seine Teppiche, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts in steigender Zahl über Trabzon an Tabrizer Händler in Europa und besonders in Hamburg exportiert wurden. Die 1465 fertig gestellte Blaue Moschee (Masjed-e Kabud) überdauerte die Jahrhunderte, auch wenn sie durch das letzte große Erdbeben von 1780 stark beschädigt wurde. Wegen ihres kobaltblauen Fliesenschmucks wird sie Blaue Moschee genannt.

 

Der erste Anblick des nun überwiegend schmucklosen Gebäudes mag enttäuschen, aber bei näherer Betrachtung des Portals und des Inneren wird man zustimmen, dass es sich um ein Meisterwerk des Architekturdekors handelt. Der ausgedehnte Basar mit seinen Gewölbegängen, Geschäften, Hofanlagen und Moscheen ist seit 2010 als UNESCO-WELTKULTURERBE registriert. Religiöse Gebäudekomplexe führen bis in das 11. Jahrhundert zurück, doch die Handelshäuser entstanden hauptsächlich in safawidischer Zeit im 16. Jahrhundert und in qajarischer Zeit im 19. Jahrhundert. Geht man vom Haupeingang in östlicher Richtung an den Textil- und Schmuckgeschäften vorbei, trifft man auf die Sara-ye Amir Hofanlage. Als nächstes erreicht man die prächtige Mozaffariye Timche, eine zweistöckige Halle mit zweiundfünfzig Teppichgeschäften. Westlich davon ist ein großer Moschee-Komplex. Dort steht die auf eine seldschukische Gründung des 11. Jahrhunderts zurückgehenden Freitagsmoschee (Masjed-e Jame), die nach verschiedenen Erdbebenschäden wiederholt aufgebaut oder renoviert wurde. Der anschließende Hallenbau der Hojatoleslam Moschee aus dem 19. Jahrhundert ist wegen seiner fünf mal elf Säulenreihen und der zusätzlichen Wintergebetshalle sehr beeindruckend. Nördlich des Hofes liegt die aus dem 17. Jahrhundert stammende Talebiyeh Koranschule. Das attraktive Eingangsportal an der Westseite des Komplexes ist mit zwei Minaretten ausgestattet. 100 Meter weiter in westlicher Richtung ist das Haus der Verfassung (Khaneh-ye Mashrutiyat). In diesem qajarischen Bürgerhaus trafen sich die Anhänger der konstitutionellen Revolution (1905-1911). Nun dient es als Gedenkstätte für die Anführer Sattarkhan und Baqerkhan, die vergeblich versuchten, rechtsstaatlichere Verhältnisse für ihr Land gegen das qajarische Königshaus und die russischen Interventionstruppen durchzusetzen

Grand Bazaar of Tabriz Große Basar von Tabriz (Prospective-Weltkulturerbe), einem herrlichen abgedeckt labyrinthischen mit beeindruckenden Kuppelhallen und Feinbacksteingewölbe. Azarbaijan Museum Aserbaidschan Museum mit Exponaten aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, sowie eine Wiederbindung des berühmten Chelsea Teppich jetzt im Londoner V & A Museum.
Kaboud Mosque  Kaboud Moschee ein herrliches Gebäude mit jeder Oberfläche mit den blauen Kacheln und komplizierte Kalligraphie abgedeckt. Arg-e Ali Shah  Arg-e Ali Shah eine riesige Backsteingebäude, ein Wahrzeichen und ein Überbleibsel Zitadelle frühen 14. Jahrhundert.